Behandlungsmethoden

Individuell auf Maß

Die Verhaltenstherapie basiert auf dem Wissen um die menschliche Fähigkeit, erworbene Verhaltensstörungen durch deren Analyse und gezielte, praktische Übungen wieder zu „verlernen“ (sog. Dekonditionierung). Die Therapie konzentriert sich weniger auf die Ursachen der Störung, führt jedoch zu einer effektiven Verbesserung der Alltagssituation des Klienten.
In der Systemischen Therapie wird nicht nur die Problematik des einzelnen Klienten behandelt, sondern sein soziales Umfeld, z.B. sein familiärer Kontext mit ihm in Bezug gesetzt. Bekannt, aber nicht unumstritten ist die sog. „Familienaufstellung nach Hellinger“.
Es gibt hypnotische Herangehensweisen, bei denen das Unterbewusstsein des Klienten eigene Lösungen findet und umsetzt. Diese Methodik bezeichnet man als Selbstorganisatorische Hypnose. Der Therapeut stellt hierbei dem Klienten anstelle eines vorformulierten Weges nur die Basis der Problemlösung zur Verfügung. Die eigentliche Lösung entsteht organisch aus den spezifischen Bedürfnissen des Klienten heraus. Über Suggestionen kann das Unterbewusstsein emotionale Inhalte anders und neu bewerten, es lernt loszulassen. Auf diese Weise lassen sich tief verwurzelte Blockaden lösen.
Die Schematherapie stützt sich auf die sogenannte Schema-Aktivierung: Durch sie werden z.B. belastende Kindheitserlebnisse und eingeübte Verhaltensweisen aktiviert. Dies gelingt durch die Anwendung von Imaginationsübungen. Der Klient begreift schrittweise, wie lange zurückliegende Gefühle und Bedürfnisse seine Gegenwart beeinflussen können. Er lernt nach und nach, sich von den negativen Aspekten der Vergangenheit lösen. Die Einsicht in den Zusammenhang zwischen zurückliegenden und aktuellen Problemen ermöglicht es, Verhaltensmuster aufzugeben und eigene Lösungswege zu finden.
Die Dialektisch-Behaviorale Therapie setzt sich aus den Bausteinen Einzel- und Gruppentherapie, Notfall-Telefonkontakt mit dem Therapeuten und dessen regelmäßiger Intervention zusammen. Sie wurde ursprünglich für Borderline-Störungen und suizidal gefährdete Klienten entwickelt. Klient und Therapeut stehen hier in besonders engem Kontakt.
Die Traumatherapie behandelt in mehreren Phasen die Folgen traumatischer Erlebnisse, insbesondere Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS). Nach der Stabilisierung des Klienten erfolgt die Exposition und Bearbeitung des Traumas. Anschließend wird dieses in die Lebensgeschichte so integriert, dass negative Symptome und Leidensdruck abklingen.
Die EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) Therapie ist eine Form der Traumatherapie. Über die vom Therapeuten gesteuerten schnellen Augenbewegungen des Klienten werden traumatische Erinnerungen angesprochen. Im Verlauf der Behandlung verlieren diese ihre bedrohliche und lebensbeeinträchtigende Wirkung.
Die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction) kann für sich, aber auch ergänzend zu anderen Therapieformen sinnvoll sein. Die Kombination von u.a. Atem-, Geh- und Achtsamkeitsmeditationen sowie ausgewählten Yogaübungen ist in ihrer heilsamen Wirkung z.B. bei chronischen Angst- oder Schmerzzuständen und Depressionen durch Studien belegt.